01.05.2012
„Ehe nicht Pankratius, Servatius und Bonifatius vorbei, ist nicht sicher vor Kälte der Mai.“ „Pflanze nie vor der Kalten Sophie.“
Obstgarten
Johannesbeersträucher benötigen zwischen Mitte April und Mitte Juni den meisten Wasserbedarf, also immer ein Auge auf die Wasserversorgung der Sträucher haben.
Da Anfang bis ca. Mitte Mai noch Spätfröste auftreten können, sollte das schützende Vlies z.B. bei Erdbeeren, Spalier- und Spindelobstbäume noch nicht entfernt werden.
Falls es Ende Mai sehr trocken ist, können Spinnenmilben auftreten. Zum frühzeitigen Bekämpfen kann zur Schachtelhalmbrühe zurückgegriffen werden. Das ist nicht nur sehr effektiv sondern auch rein biologisch.
Gemüsegarten
Nach den „Eisheiligen“ die in diesem Jahr vom 11.- 15.05. sind, kann fast alles ausgepflanzt werden. Probieren Sie es einmal mit Mischkultur, z.B. 1 Reihe Porree, dann Kohl, dazwischen Salat u. Sellerie. Die unterschiedlichen Pflanzen halten Schädlinge fern! Bewährt hat sich ein ausstreuen von Stroh u. Grasschnitt um die jungen Pflanzen, es hält Schädlinge von den Wurzeln fern, u. schützt den Boden vor Austrocknung. Als Pflanzenstärkungsmittel können Pflanzenjauchen eingesetzt werden. Die erste gewinnt man aus den Blättern des Rhabarbers und aus der Brennessel.
Zu hoch gewordene Tomaten sollte man etwas tiefer als sonst setzten, sie bilden in den Blattachsel weitere Wurzeln, was das Wachstum fördert, auch eine Schräglage ist möglich, dann sollte man aber beim harken aufpassen! Ein Dach über dem Bestand beugt der Braunfäule vor! Das gießen mit Brenneseljauche stärkt die Pflanzen. Nicht vergessen: Seitentriebe der Tomate regelmäßig ausgeizen und die unteren Blätter abschneiden, mit den Blättern kann die Tomatenpflanze gemulcht werden.
Buschbohnen und Stangenbohnen können ab Mitte Mai ins Freiland ausgesät werden, da diese bei der Keimung eine Bodentemperatur von mindestens 8 °C benötigen.
Gewächshaus
Wer die Möglichkeit hat, sein Haus in einen feucht/warmen u. trocken/warmen Bereich zu trennen, kann Gurken im feuchten Bereich anbauen, im trockenen Bereich stehen die Tomaten u. der Paprika. Zu den Gurken gehört der Dill, zu den Tomaten das Basilikum, die Petersilie u. das Zitronengras.
Tipp: veredelte „Saladin“ als Gurkensorte, sie bringt i.d.R. bis zu 80 Früchte/Pflanze a 500g. Vorsicht beim harken, die Gurke bildet flache Wurzeln! Gurken kann man ebenfalls zur Stärkung mit Brenneseljauche gießen.
Ziergarten
Tipp: Zum pflanzen der Dahlien, immer etwas „Schneckenkorn“ mit in den Boden auf die jungen Austriebe geben, damit werden die Schnecken von den zarten Sprossen fern gehalten! Nach dem „Eisheiligen“ können auch empfindliche Pflanzen, wie Löwenmaul, Männertreu, Leberbalsam, Ziertabak, Petunie, Fuchsschwanz, Levkoje oder Zinnie nach draußen gesetzt werden.
Vom Flieder die abgeblühten Blüten abschneiden, die Pflanze wird es mit einer üppigen Blütenpracht im nächsten Jahr danken.
Rosen
Ende Mai können die Rosen ein zweites Mal gedüngt werden. Am besten eignen sich Biodünger wie z.B. Brennesseljauche oder Schachtelhalmbrühe.
Rasen
Bei viel Sonnenschein und wenig Regen sollte der Rasen seltener gemäht werden, da dieser sonst durch das kurz gemähte Gras verbrennen kann.
Schädlinge
An allen Ausgepflanzten sollten Sie für einen ausreichenden Schutz gegen die gefräßigen Schnecken sorgen, der Handel bietet dazu verschieden Präparate an. An den Johannisbeeren ist jetzt mit Blattläusen zu rechnen, bewährt hat sich:
Ab Mitte Mai, bei der jetzigen Witterung auch früher, ist mit dem Auftreten der Zwiebelfliege zu rechnen, der beste Schutz ist ein Fliegennetz, unterstützend sollte zwischen den Zwiebeln Möhren gesät werden, beide halten sich gegenseitig die Schädlinge vom Hals. Wann die Fliege fliegt, können Sie mit Gelbtafeln von Neudorff ermitteln!
Gartenteich
Nun kann endlich mit der Bepflanzung des Gartenteiches begonnen werden Achtung: Zum Pflanzen nur nährstoffarme Substrate wie Kies oder Sand verwenden, dadurch wir die Überdüngung des Teiches verhindert.
Jetzt können die ersten Fadenalgen im Teich auftreten, aber kein Grund zur Sorge. Durch das schnelle wachsen der Wasserpflanzen sind diese starke Konkurrenten um Nährstoffe. Daher etwas Geduld und nicht mit chemischen Mitteln eingreifen. Die Algen mit dem Kescher herausfischen oder auf einen Stock aufwickeln.
Für Fragen u. Anregungen stehe ich gern zur Verfügung.
Sindy Kilian
Fachberaterin